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Tag 46

24 Mai 2011 |  by Thomas Deutsch  |  Share  | 

80km hinter Täbris nach Miyaneh
Es hat die ganze Nacht geregnet und gewittert – und es regnet noch immer. Ich habe zum ersten mal keine Lust Fahrrad zu fahren. Bei Regen auf dieser Straße? Nein danke. Ich liege solange geräuschlos im Zelt, bis einer fragt, wann wir losfahren sollen. Valentin fragt zuerst – wir sind uns nicht sicher. In ca. 1 km Entfernung sehen wir die Straße und man kann die Gischt hinter den alten MAK-Lastwagen sehen. Auf jeden Fall wird das heute ein nasser Start. Es ist dann erst der Zweite nasse Tag auf unserer Tour. Ich habe übrigens gestern Mittag noch für die Route einen weiteren Plan-B ausgearbeitet. Dieser sieht vor, dass wir nicht über Kasachstan nach China fahren, sondern über einen Grenzübergang südlich von Osh (Kirgistan). Das war nötig, da wir etwas im Zeitplan zurück sind und uns nicht zu sehr hetzen können, da es Valentin im Moment nicht so gut geht – und wir uns für das China Visum keinen Tag verspäten dürfen. In Teheran werden wir uns dann für einen Plan entscheiden.
Es ist schon 11 Uhr und wir liegen noch immer im Zelt. Ich stehe auf, und laufe bei leichtem Nieselregen auf den nächsten Hügel und sehe schon die nächsten Gewitterwolken ankommen. Das mit der Abfahrt können wir uns in der nächsten halben Stunde knicken. Ich sage den anderen Bescheid und gehe zurück ins Zelt. Keine 5 min später scheint die Sonne, ich stecke meinen Kopf aus dem Zelt und sehe einen wolkenfreien Himmel. Woher kommt denn der jetzt? Ok, dann jetzt. Wir bauen die nassen Zelte ab und sind 30 min. später auf der überraschend trockenen Straße. Keine 10 min. später sind wir wieder in einem Gewitterschauer… Ich hasse diesen Tag jetzt schon. Wir stellen uns an einer Werkstatt unter und nutzen die Zeit für einen Fahrradputz und da draußen geht die Welt unter. 5 min später ist dann schon wieder alles anders. Wir fahren in der dreckigen Gischt der Lastwagen in Richtung Miyaneh das mit 95km Entfernung ausgeschildert ist. Na dann…
Wir fahren etwas bergab und kommen auf ca. 1800m an einen Fluss. Ab hier ändert sich alles. Kurz gesagt… Es geht für 90km bergab in einer tollen Landschaft dem Flusslauf folgend durch Tunnel und über Brücken. Ich rechne noch
mit dem nächsten Schauer.. der bleibt aber aus. Ich kann es noch nicht glauben und vergesse an diesem Tag ein Foto zu machen. Aber es ist schon beeindruckend, wie sich ein beschissener Morgen in einen solch schönen Nachmittag verwandeln kann. Wir erreichen die Stadt noch vor 6 Uhr und nach einer etwas längeren Suche finden wir ein Hotel. Aus irgendeinem Grund sind die Duschen hier immer abgeschlossen – so dass man auch mal extra zahlen muss. Wir essen mit Alfred zur Verabschiedung eine Pizza und versuchen noch ins Internetcafe zu gehen, die hier aber alle schon um 9 Uhr geschlossen haben. Facebook, Twitter und Flickr sind gesperrt, so dass ich auch nichts machen kann.



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3 Comments


  1. To think, I was cousefnd a minute ago.

  2. Hey Jungs,

    ihr seid echt der Hammer. Nach uns gestartet und dann dermaßen schnell durch die Türkei geheizt. Respekt!
    Kleiner Trost, hier in Zentralanatolien hatten wir auch ordentlich Gewitter.
    Und eine Bitte: Seid schön freundlich zu den Leuten unterwegs. …wir kommen nach euch…
    Also, alles gute und weiterhin sichere Reise!

    Johanna & Andreas / cycle-the-world.de

  3. Ich frage mich, wie mag es der Wirtschaft des Landes ergehen, wenn plötzlich keine Internetzugänge mehr möglich sind und auch die Handys kaum noch funktionieren ?? Da muss ” Man” wohl , wie der Mann auf der Plantage, seinen Püster rausholen und in die Luft ballern, damit man auf sich aufmerksam machen kann.
    Euch wünschen wir eine gute Fahrt

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