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15.07.2011

15.07.2011

15 Juli 2011 |  by Thomas Deutsch  |  Share  | 

Ab hier ist nichts ist mehr unmöglich
Es sind immerhin noch über 2000km bis zu meinem Ziel “Hong Kong”. Noch kann ich es nicht glauben das ich in etwa 2,5 Wochen ankommen werde, aber so ist der Plan. Und so genau wie er ist, so genau ist auch klar das ich jetzt jeden Tag an die 140km fahren muss um es zu schaffen. Ich bin jetzt seit 2 Wochen alleine unterwegs, habe durch die Wüste Gobi einen Zug genommen und nach einer erfolgreichen Visumsverlaengerung in Lanzhou stehe ich vor dem letzten Abschnitt dieser Tour.
Was kann jetzt noch passieren? Ich habe keine grossen Erwartungen noch grosse Entdeckungen machen zu können nach dem was ich alles erlebt habe. Ich sehe die Zahlen auf meinem GPS und die Vorstellung von dem was mich erwartet geht kaum darüber hinaus. Es fällt mir etwas schwerer mich zu motivieren. Mit einem Reisepartner unterwegs zu sein bedeutet auch das man mehr Verantwortung dem Reisevorhaben gegenüber haben muss aber mit meinen fast 30 Jahren sollte ich inzwischen gelernt haben diese Verantwortung auch für mich aufbringen zu können. Inzwischen kann ich mich motivieren morgens früh aufzustehen und meine kleine Reise zuende zu führen. Ab hier kann alles kommen, die Angst vor hohen Bergen, vor Gegenwind oder Regen, vor einem kaputten Fahrrad – nichts davon ist mehr vorhanden. Es ist wirklich einfach, man setzt sich auf das Fahrrad und
die Welt kommt auf einen zu. Es ging also alleine weiter und jeder Tag hatte seine eigenen Überraschungen und immer gab es Momente an dem das Staunen gross war. Selbst nach 3,5 Monaten Radreise kann man es sich nicht vorstellen wieder und wieder so viel neues zu entdecken. Der Verkehr ist hier sehr chaotisch und ich rege mich oft auf. Häufig komme ich in grosse Städte und lerne die Chinesen von ihrer nicht so tollen Seite kennen. Es wird nicht gelacht, das soziale Verhalten ist nicht mit dem in Europa zu vergleichen. Hier wird einem mal vor die Füsse gespuckt oder es wird einfach weggeschaut wenn es unangenehm wird… ich kann mich damit nicht abfinden und oft möchte ich die Chinesen allgemein ein schlechtes Urteil geben, aber dann komme ich durch eine nicht so dicht besiedelte Gegend und ab und an sehe ich auch ein Lächeln und werde auch schon mal zum essen eingeladen – welches hier übringens sehr gut ist. Ich werde weiterhin versuchen mir kein allgemeines Urteil zu bilden, aber das mit dem wegschauen wenn es unangenehm wird… daran muss hier noch gearbeitet werden.
Die Stäte in diesem Land – vor allem die grossen – werden unfassbar schnell ausgebaut. Hier werden wie im Computerspiel “Sim City” Millionenstädte in die Landschaft gesetzt. Ich kann manchmal nicht glauben was ich sehe. Gestern noch bin ich durch eine solche Stadt gefahren und am Stadtrand wurde alles vorbereitet für die grosse Stadteröffnung! Alles ist sehr modern und oft wird die alte Architektur dazu benutzt um eine seelenlose “Happy Mall” doch nach was aussehen zu lassen. Hier funktioniert es irgendwie – die Leute möchten da wohnen. Ich habe viele Bekanntschaften gemacht und auch viel gesehen. Ich hätte es nicht glauben koennen, aber so wie es aussieht bleibt es so…. jeder Tag ist etwas ganz neues. Ich werde diese Zeit noch so gut es geht geniessen. Es ist schon seltsam, man kommt aus dem Berufsleben in dem wir uns alle grosse Sorgen machen vor dem was passieren koennte. Dann in ein Leben zu geraten an dem an jedem Tag klar ist das man keine Ahnung hat was einenen erwartet hat etwas befreiendes – oder ist es Freiheit? Sie kommt aber nicht einfach denn der Weg ist immerhin zu bestreiten und so fahre ich über hohe Berge und durch pechschwarze Tunnel in denen mein Puls vor Aufregung auch im Hals spürbar ist und ab und an kann ich mein Glück kaum fassen.

Alle Fotos der Reise findet ihr auf der Flickr-Seite



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8 Comments


  1. Hallo Thomas,

    eigentlich Schade, dass es schon vorbei ist. Ich habe die letzten Wochen und Monate oft auf euren Blog geschaut und jeden Bericht gelesen. Für die kommenden Tage wünsche ich dir noch alles Gute. Vor allem aber eine schöne Zeit in Hong Kong. Wenn ihr zurück seid würde ich mich freuen, wenn ihr mal einen Vortrag dazu macht und wenn ihr keinen plant, kommt hier die Einladung zu einem Vortrag in den Schwarzwald. Würde mich riesig freuen.
    Eine gute Zeit noch.

  2. Hallo Thomas!Dein Bericht von heute das du in Guangzhou angekommen bist und morgen nach Shenzhen weiterfährst ist für uns zu Hause ein erfreulicher Bericht.Du schreibst das Shenzhen 10km von Hong kong noch entfernt ist.Da bleibt dir ja etwas Zeit in Hong Kong, bis zu deinen Abflug am Samstag!!
    Viele Grüße Elisabeth u. Horst

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